Regelenergie: Was Sie wissen wollen

Ist Ihr Unternehmen daran interessiert, mit Regelenergie zur Versorgungsstabilität im Schweizer Stromnetz beizutragen und damit Geld zu verdienen? Kurt Ost beantwortet die entscheidenden Kundenfragen.

Wie gross muss die Leistung einer Anlage sein, um am Regelenergiemarkt teilzunehmen?

Die Anlage sollte etwa die Grösse von 200 Kilowatt erreichen. Es ist aber auch möglich, mehrere Erzeuger, zum Beispiel mehrere kleine Generatoren, oder mehrere Verbraucher wie Lüftungen etc., zu poolen, damit diese Grösse erreicht wird.

Wie häufig wird eine Anlage im Jahr abgerufen?

Die Abrufwahrscheinlichkeit ist für positive und negative Regelenergie unterschiedlich. Positive Regelenergie – also Strom, den Sie liefern, um Produktionsengpässe zu überbrücken – wird in der Regel null bis zweimal im Jahr abgerufen. Die Abrufdauer liegt zwischen 45 Minuten und circa 1.5 Stunden.

Negative Energie – also, wenn Ihre Anlagen eine Überproduktion an Strom durch zusätzlichen Verbrauch abbauen – wird häufiger abgerufen: zwischen drei und 15 Mal im Jahr. Die Abrufdauer hier liegt zwischen 30 Minuten und circa 4 Stunden.

Was ist bei einem Stromausfall: Ist die Funktion der angebundenen Notstromanlagen sichergestellt?

Bei einem Stromausfall wird der Netzschalter von der Notstromdieselanlage geöffnet und dadurch vom Netz getrennt. Somit ist ein Abruf durch schweizstrom nicht mehr möglich. Die Anbindung, Logik und Steuerung der Notstromanlage übernimmt weiterhin der bestehende Servicepartner der Notstromanlage. Somit können die Kunden sicher sein, dass ihre Anlage auch mit der Anbindung an das virtuelle Kraftwerk weiterhin einwandfrei funktioniert.

Wie hoch ist die Vergütung für den Leistungsabruf meiner Anlagen?

Für den Leistungsabruf von 1'000 Kilowattstunden für eine Stunde erhalten die Kunden 9'000 Franken für positive Regelenergie und 500 Franken für die negative Regelenergie. Eine genaue Preisstrategie ist von der effektiven Leistung der jeweiligen Anlage abhängig und wird im spezifischen Dienstleistungsvertrag festgelegt.

Bekommen Unternehmen auch eine Vergütung, wenn ihre Anlage nicht genutzt wird?

Ja, für die so genannte Leistungsvorhaltung von 1'000 Kilowattstunden erhalten Unternehmen circa 8'000 Franken pro Jahr, also alleine für die Bereitschaft Regelenergie zur Verfügung zu stellen. Auch hier ist die genaue Preisstrategie von der effektiven Leistung der jeweiligen Anlage abhängig und wird im spezifischen Dienstleistungsvertrag festgelegt.

Wieviel kostet die Anbindung an das Netzwerk der Regelenergie?

Die genauen Installationskosten für die Erschliessung einer Anlage evaluieren wir bei einer Begehung vor Ort. Die Kosten belaufen sich pro Anlage zwischen 2'000 und 2'500 Franken, exklusive der Installation, die der Servicepartner der Anlagen des Kunden durchführt. Die Kosten sind bereits nach wenigen Monaten amortisiert. Bei Bedarf kann schweizstrom die Investition des Kunden vorfinanzieren. Die Kosten werden dann mit den Erlösen verrechnet.

Ein Unternehmen kann seine Anlage nicht immer zur Verfügung stellen. Ist eine Teilnahme am Regelenergiemarkt trotzdem möglich?

Ja, die Verfügbarkeit jeder Anlage kann durch den Kunden selbst über das Betriebsportal von schweizstrom bestimmt werden.

Werden die Kunden über einen Abruf informiert?

Selbstverständlich. Alle Personen, die auf dem Betriebsportal von schweizstrom eingetragen sind, erhalten 15 Minuten vor dem Abruf und 15 Minuten vor dem Abrufende je nach Wahl eine SMS, eine E-Mail oder eine telefonische Sprachnachricht. Der Abruf wird zudem im Portal aufgezeichnet.