Als Unternehmen mit Regelenergie Geld verdienen

Damit die Stromversorgung funktioniert, muss immer genauso viel elektrische Energie erzeugt werden, wie gerade verbraucht wird. Unternehmen können mit so genannter Regelenergie zur Versorgungsstabilität beitragen und dabei Geld verdienen. Kurt Ost, Experte Regelenergie, erklärt, wie das funktioniert.

„Das Gleichgewicht zwischen Stromproduktion und -verbrauch ist erforderlich, damit Elektrogeräte und Generatoren optimal betrieben werden können und die Stromversorgung im ganzen Netz stabil bleibt. Darum wird der Stromfluss permanent überwacht und reguliert. Ob sich Stromproduktion und -verbrauch die Waage halten, lässt sich an der Netzfrequenz ablesen. In der Schweiz und im Grossteil der europäischen Länder beträgt die Frequenz 50 Hertz. Ist sie niedriger als 50 Hz, wird mehr Strom verbraucht als die Kraftwerke erzeugen. Liegt die Netzfrequenz über 50 Hz, wird mehr eingespeist als verbraucht. Tatsächlich schwankt die Frequenz zwischen 49.98 und 50.02 Hertz.

Swissgrid, die unabhängige nationale Netzgesellschaft, ist dafür verantwortlich, dass die Netzfrequenz in diesem grünen Bereich bleibt. Wenn der Stromverbrauch oder die Stromproduktion stark ansteigt, gleicht Swissgrid das Ungleichgewicht durch so genannte Regelenergie aus. Das geschieht zunächst bei der Stromproduktion. Die elektrischen Generatoren reagieren unverzüglich auf eine Veränderung der Netzfrequenz und passen ihre Leistung automatisch an.

Regelenergie als virtuelles Kraftwerk

Durch die Zunahme der erneuerbaren Energien Sonne und Wind ist die Stromproduktion vermehrt Schwankungen unterworfen. Als neue Quelle von Regelenergie können deshalb Unternehmen und Institutionen Regelenergie bereitstellen (z.B. Notstromgeneratoren von Spitälern) und an ein virtuelles Kraftwerk anschliessen. Dabei verdienen sie Geld, selbst wenn ihre Regelenergie gar nicht angezapft wird.

Bereits für das zur Verfügung stellen der Anlagen und für das Einschalten von einem kurzfristig nötigen Strombedarf gibt es einen Erlös. Die Einnahmen decken somit mindestens die Kosten für die Instandhaltung, zusätzlich ist der monatliche Wartungslauf bei einem Abruf (das Einschalten der Anlagen) nicht mehr nötig.

Die Notstromversorgung des eigenen Betriebs bleibt immer prioritär, bei einem Stromausfall ist der Zugriff für die Regelenergie nicht möglich.

Auch grosse Stromverbraucher können dazu beitragen, kurzfristige Frequenzschwankungen auszugleichen. Schweizstrom übernimmt dabei die Kundenberatung und -betreuung sowie die Erschliessung solcher Anlagen für dieses virtuelle Kraftwerk. Möchten Sie wissen, ob Regelenergie für Ihr Unternehmen ein Thema sein könnte? Dann rufen Sie uns an.“