Mit wenig Aufwand Kosten reduzieren

Das Claraspital in Basel ist seit einem Jahr mit seinem Notstromgenerator am Regelenergienetz der Schweiz angeschlossen. Eine Investition, die sich lohnt.

Im Keller des Claraspitals steht ein Notstromgenerator so gross wie eine kleine Lokomotive. Er sorgt dafür, dass im hochspezialisierten Akutspital auch bei einem kurzzeitigen Stromausfall oder Blackout alle exponierten Verbraucher wie Intensivmedizin, Informatiksysteme und Verbraucher in den Operationssälen weiterlaufen. Einmal pro Monat testet das Gebäudemanagement die Funktion der imposanten Maschine und einmal im Jahr übt das Team den Blackout. «Ein gut gewarteter Notstromgenerator ist für ein Spital ein Muss», sagt Massimo Lizzio, Leiter Gebäudemanagement des Claraspitals und erklärt: «Ein Notstromgenerator ist notwendig, verursacht aber Kosten. Da ist der Anschluss an den Energie-Pool der Swissgrid eine gute Möglichkeit, einen Teil der Kosten für Service und Unterhalt des Notstromgenerators zu decken. Im Fall eines Stromausfalls steht der Generator natürlich immer noch jederzeit zur Verfügung. Das ist ja sein eigentlicher Zweck.»

«Über das Nutzerportal von schweizstrom haben wir jederzeit die Kontrolle über unseren Generator», sagt Massimo Lizzio, Leiter Gebäudemanagement des Claraspitals, (links), hier mit schweizstrom Mitarbeiter Kurt Ost.

Regelenergie bedeutet Stabilität

Regelenergie sorgt dafür, dass sich Stromerzeugung und Stromverbrauch die Waage halten. Dieses Gleichgewicht ist erforderlich, damit die Stromversorgung im ganzen Netz stabil bleibt. Die nationale Netzgesellschaft Swissgrid überwacht deshalb den Stromfluss permanent und reguliert ihn bei Bedarf über die Kraftwerke und seit 2015 auch über die an der Regelenergie angeschlossenen Unternehmen und Institutionen. Wenn zum Beispiel mehr Strom erzeugt wird als gebraucht, dann werden zusätzlich Verbraucher angestellt; wenn weniger Strom erzeugt wird, als verbraucht wird, dann kommen kleine Kraftwerke und Generatoren zum Zug und liefern die nötige Energie.

Mit Regelstrom Kosten sparen

Vor etwas mehr als einem Jahr durfte schweizstrom im Claraspital die Notstromanlage an den Regelenergie-Pool anschliessen. Für die Bereitschaft mit ihrem Notstromgenerator Regelenergie zur Verfügung zu stellen, erhält das Spital einen angemessenen Betrag. Für jeden tatsächlichen Abruf gibt es zudem eine Einnahme für den gelieferten Strom. «Im August 2018 hat Swissgrid die Leistung unserer Anlage während einer Stunde abgerufen. Damit konnten wir die Investition, um uns ans Regelstromnetz anzuschliessen, fast wettmachen», sagt Massimo Lizzio. Kurt Ost, schweizstrom Spezialist für Regelenergie, ergänzt: «Für die Umwelt ist dieser Einsatz energieneutral, weil die Regelstromkunden nach der Nutzung ihrer Anlage meistens auf den nächsten monatlichen Testlauf verzichten. Die Wahrscheinlichkeit für einen Abruf der Energie liegt zwischen null bis zwei Stunden pro Jahr. Die Erfahrung zeigt, dass die positive Regelenergie vor allem dann eingesetzt werden muss, wenn kurzfristig ein Kraftwerk ausfällt.»