10 bewegte Jahre am «freien Markt»

Strommarktentwicklung Teilliberalisierung des Schweizer Strommarktes

Mit der Teilliberalisierung des Schweizer Strommarktes startete der Kampf der Energieversorger um die Gunst der Grossverbraucher. Während die Marktpreise zwischenzeitlich stark eingebrochen sind, ist das Preisniveau heute wieder deutlich angestiegen. schweizstrom hat die Herausforderungen einer Teilliberalisierung früh erkannt und kann sich erfolgreich am Markt positionieren.

Seit 2009 können Grossverbraucher ab einem Verbrauch von 100 000 kWh pro Jahr ihren Lieferanten selbst wählen. Um grosse oder bekannte Unternehmen als Kunden zu gewinnen, herrscht zwischen den Energieversorgern seither ein offensiver Preiskampf, der zeitweise darin gipfelte, dass einige Energieversorger Strompreise unter den Marktpreisen anboten und damit ein Minusgeschäft in Kauf nahmen. Wodurch werden die Marktpreise beeinflusst? Die allgemeine Wirtschaftslage sowie die Energiepolitik im In- und Ausland haben einen wesentlichen Einfluss auf die Strompreisbewegungen. So führten gleich zu Beginn der Teilliberalisierung die schwache Wirtschaftslage ab 2008 und die Deindustrialisierung in Europa zu einer sinkenden Stromnachfrage. Nach der Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima veränderte sich zudem das politische Klima. Unser nördlicher Nachbar zum Beispiel besiegelte rasch den Ausstieg aus der Kernenergie, und hat gleichzeitig neue erneuerbare Energien wie Wind und Solar stark gefördert. Alle diese Faktoren senkten den deutschen Strompreis an dem sich auch der Schweizer Marktpreis orientiert. Im Jahr 2016 erreichten die Preise in der Schweiz bei rund 2.5 Rp./kWh[i] ein 12-Jahrestief und blieben im Anschluss noch über längere Zeit auf einem tiefen Niveau. Seit dem Frühling 2018 findet eine starke Preiskorrektur nach oben statt. Die Gründe dafür sind vielfältig (siehe auch Blog "Strompreisentwicklung"). Aktuell sind die Marktpreise teilweise sogar über denjenigen der lokalen Grundversorgung. Sollte diese Tendenz anhalten, wird sich der Wettbewerb weiter verschärfen.

Vom Energieversorger zum Dienstleister

Bevor die EBL mit ihrer Tochtergesellschaft schweizstrom am Schweizer Strommarkt aktiv wurde, hat sie den freien Markt erstmal erprobt. Der offene Strommarkt von Deutschland war und ist ein ideales Trainingsfeld. Wir von schweizstrom lernten in Deutschland, welche Kriterien für die Kunden bei der Wahl des Stromanbieters relevant sind und wie wir Prozesse organisieren müssen, um im hart umkämpften Markt erfolgreich zu sein. Die gemachten Erfahrungen konnten wir in die Schweiz mitnehmen und können uns hier matchentscheidend positionieren. Durch Effizienz und schlanke Prozesse ist es schweizstrom möglich, konkurrenzfähige Preise anzubieten, und noch wichtiger: Wir haben uns in den letzten Jahren vom Energieversorger zum Energiedienstleister entwickelt. Neue Produkte und Dienstleistungen rund um Energiefragen werden immer wichtiger. Die Mitarbeitenden von schweizstrom nehmen die Anliegen der Kundinnen und Kunden ernst und finden zusammen mit ihnen optimale Lösungen. Kurze Reaktionszeiten, die Flexibilität, auf kundenspezifische Wünsche und Ansprüche einzugehen, sowie unsere Fachkompetenz machen schweizstrom zu einem Key-Player im Schweizer Energiemarkt.

 

[i] EEX Swissix Frontjahr Base, umgerechnet in CHF

Yves Grebenarov Leiter Investments